Monatsbetrachtung VI 2026
Rückschau auf Juli 2026
Das Wetter im Juli
Der Juli beginnt mit regnerischem und kühlem Wetter. Am 3,7. sitzen wir wieder im Eiswind und frieren bei zwölf Grad. Dieses wechselhafte Wetter hält sich bis weit über die Mitte des Monats und geht dann über in heißes Sommerwetter, welches sich in den August winkend fortsetzt. Zu wenig Regen auch in diesem Monat
Vegetation im Juli
Die Sommerblüte ist jetzt da und vertreibt ein wenig die Juli Langeweile, wenn wir ein wenig hinschauen. Sonst ist im Juli nicht viel los.
Die frühen Süßgräser auf den Wiesen sind abgeblüht. Sofern die Wiese nicht gemäht wurde, wiegen sich jetzt gelb leuchtend die Garben des Wolligen Honiggrases des Glatthafers und des gewöhnlichen Knäuelgrases, um nur einige zu nennen, weiter am Boden die weniger hohen Grasarten in etwas bescheideneren Formation. Diverse Kleearten stehen in Hochblüte, Feld-und Weißklee in Bodennähe, Rot und Hornklee etwas darüber und gewaltig die Blüten des Steinklees, Wicken setzen zur zweiten Blüte an, während sich die kleinen Fruchtschoten der ersten Blüte schon dunkel färben.Wie Hatifnatten wiegen sich die jetzt braunen Blütenköpfe des Spitzwegerich im Wind. Diestelsamen hängen wie Baumwolknäuel an den Pflanzen, bevor sie der Wind davonträgt.
Beim Waldspaziergang im Rehbrook finden wir Großes oder Gemeines Hexenkraut, die Reste abgeblühter Sternmiere, blühendes Springkraut, die stacheligen Fruchtköpfe der Echten Nelkenwurz. Waldmeister bedeckt großflächig den Boden des Buchenwaldes, am Wegrand die Blüten verschiedener Lichtnelken, Storchschnabel ist eigendlich immer in irgendeiner Art dabei, hier einer, schon ausgeblüht, mit blutrot verfärbten Blättern. Die vorwitzigen Ausläufer der Brombeere überwuchern vieles und fast überall. Am Bach stoßen wir auf ein wunderbares Exemplar des Echten Madesüß und ein wenig weiter auf die letzten gelben Blätter der jetzt völlig verschwundenen Buschwindröschen, zwischen Wurmfarn und Schachtelhalm ein kleiner Wald von Salomonssiegel mit kleinen Früchten.
Aus der Pforte zu Hause kommend begrüßt uns als erstes die prächtige Trichterblüten der Zaun-und Ackerwinde, die ihre Blüten nachts artig zusammenrollen und sicher schließen. Gegenüber am Zaun steht eine mächtige Königskerze und auf der Wiese winkt frech und überlegen das Jakobskreuzkraut, etwas demütiger unendliche Blütenpracht der Schafgarbe, weiß, gelb daneben die Blüten des Wiesenpippau. Am Wegrand bestaunen wir die jetzt rötlich glänzenden Samenstände des Giersch, neben den jetzt blühenden Dolden des Bärenklaus und der wilden Möhre, diese im ihrem typischen kleinen aber markanntem schwarzen Punkt, genau in der Mitte der Blütendolde. Weidenröschen in ihrer Vielfalt sind eine gute Bienenweide nach der Lindenblüte. Unermüdlich und beeindruckend blüht das Einjährige Berufskraut, eine inversive stark neophyte Pflanze, die als Zierpflanze importiert wurde und sich stark ausbreitet. Das zartblütige Kanadische Berufskraut daneben übersehen wir meist.
Etwas weiter erstrecken sich die ersten Stoppelfelder des Jahres.. Das in Reihen liegende Gerstenstroh erscheint uns grau gegenüber dem goldenen Stroh des Weizens, auf das wir aber noch warten müssen. Klatschmohn blüht am Rand erntereifer Rapspflanzen, der Mais steht satt grün und zwei Meter hoch in voller Blüte. Die männlichen recken sich an der Spitze in den blauen Himmel, während die weiblichen, gelb und rot, sich ins grüne Dickicht kuscheln.
Im Garten freut sich eine Fläche, dass sie seit mehreren Jahren kein Rasen mehr sein muß.
Am Bahnhof strecken Spiersträucher ihre verschiedenfarbigen Blüten zur Sonne, Herbstlöwenzahn und Gänsefingerkraut begrüßen uns bodennah.
Wenn wir dann wieder die kleine Rhotodendronallee zum Bienengarten hinaufgehen erkennen wir die Einöde dieser invasiven Pflanze. Armselig hängen die verstaubten Blätter und außer einer kurzen Blütezeit hat sie nichts zu bieten und strahlt mit ihren braunen und hässlich herabhängenden Blütenresten nur Trostlosigkeit aus.
Die Bienen im Juli
Anfang des Monats haben die Bienen hier bei uns erst einmal Pause. Die Linde, unsere zweite große Tracht war gößtenteils ausgeblüht und die Honigräume waren voll. Zum Monatsanfang herrschte kühles Schauerwetter und wir beobachteten bei den meisten unserer Völker starke Vorlagerungen der Flugbienen. Am 19 Juli schleuderten wir unseren Honig und hatten am Ende ca. 160 kg geerntet. Das war etwas weniger als bei der Frühtracht, aber wir waren zufrieden, und der Wassergehalt lag bei unter 17%.. Die leeren Waben der Honigräume wurden über Leerzarge auf die Völker zurückgegeben und in der Woche drauf, sauber wieder abgenommen und im Bienenwagen bienendicht verstaut.
Die Völker wurden danach mit jeweils fünf bis acht kg Futter versehen, so, dass die Gefahr des Verhungerns gebannt war, und mit Oxalsäure getränkten Glycerinstreifen gegen die Varroamilbe behandelt. Hierzu alternativ standen uns noch andere Methoden zur Verfügung, wie Totale Brutentnahme, Teilen und Behandeln, oder verdunsten von Ameisensäure, wurden von uns aber nicht angewandt.
Im Juli war immer noch Zeit Ableger (Sauglinge) zu bilden, diese dann aber gleich mit begatteten Königinnen, die jetzt von den Belegstellen zurückkamen , zu beweiseln. Darauf zu vertrauen, dass diese sich noch eine eigene Königin heranziehen, war wenig ratsam, da der Drohnenabtrieb Mitte des Monats schon begonnen hatte, diese also für eine Begattung der dann jungen Königinnen kaum noch, bzw. nicht mehr in ausreichender Zahl, zur Verfügung gestanden haben dürften.
Das war dann schon fast das Ende des diesjährigen Bienenjahres. Es folgt dann im August eine weitere Behandlung gegen die Varroamilbe und im September dann die endgültige Auffütterung für den Winter.
Es war, bis auf die Königinnenzucht, ein recht erfolgreiches Bienenjahr. Wir waren mit acht Völkern im Frühjahr gestartet und stehen jetzt Ende Juli bei zweiundzwanzig ( drei im Bienenwagen, eins im Korb, zwei aus der Königinnenzucht, neun auf dem Außenstand und sieben im Bienenhaus). Das ist beachtlich, aber es sind für uns zu viele. Das schaffen wir nicht und brauchen wir auch nicht.
Wie auch immer: Die Damen sind jetzt die Männer und die meisten Milben los, haben genügend Futter und bereiten sich auf den Winter vor.

Roggenfelder Anfang Juli

Klatschmohn am Rande eines Rapsfeldes

Rasenstück, welches kein Rasen mehr sein muß

weibliche Maisblüten

männliche Maisblüten

Vorlagernde Flugbienen Anfang Juli
Vorschau September
September! Der Monat der großen Reife. Früchte und Samen zu Hauf, und die Bienen igeln sich ein für den Winter. Erwarten können wir noch Nektar und Polleneintrag vom Indischen Springkraut und vor allem Pollen von der Blüte des Efeus.
Schwache Bienenvölker haben sich noch der jetzt sehr räuberischen Wespen zu erwären und auch stille Räuberei anderer Bienenvölker ist nicht zu unterschätzen.
Zu achten haben wir auf rechtzeitig vor der endgültigen Einfütterung, die im Laufe des Monats erfolgt, eingeengte Fluglöcher, damit diesbezüglich nichts schief geht. Füttern werden wir am Abend und die Völker werden regelmäßig gewogen und im Laufe des Monats auf ihr zu erreichendes Gewicht gebracht. Eine Herbstdurchschau ist nur bei Völkern von Nöten, bei denen wir unsicher ob der Weiselrichtigkeit sind, und natürlich obligatorisch bei Völkern mit noch vorhandenen Drohnen. Dort stimmt etwas nicht! Das Umweiseln von Völkern mit nicht zufriedenstellenden Eigenschaften ist jetzt unproblematisch, und bei richtiger Vorgehensweise wird eine neue Königin sicher angenommen. Für die Einwinterung zu schwache Völker werden vor der Auffütterung mit särkeren vereinigt, dabei anfallende gute Königinnen (nicht immer sind diese ursächlich für deren ungenügenden Entwicklungsstand) können zum Umweiseln verwendet weden.
Das wars dann auch schon! Sommerende! Aufräumen und fertig!
Spaziergang im Staatsforst Rehbrook
mit Bienen, Wald und etwas Geschichte
Wir parken unser Auto am Rastplatz der A21, gleich hinter dem Autobahnkreuz Bargteheide,gehen ein kurzes Stück zurück, am Waldrand entlang und biegen dann links ab in den Wald, oder besser: Mit dem Fahrrad von Ahrensburg nach Hammoor, an der Kreuzung gerade rüber, unter der Autobahn durch und noch einmal am Ende der kleinen Straße links abbiegen und rechts rein in den Wald.
Noch ist die Autobahn etwas störend, das wird aber schnell besser.
Gleich ein kurzes Stück hinter dem Schlagbaum befindet sich rechts die Belegstelle Rehbrook des Carnica Züchterrings Südstormarn . Königinnen sind zu dieser Zeit hier nicht mehr aufgestellt, nur fünf Gattenvölker werden hier überwintern.
Wir folgen dem Weg und nach kurzer Strecke erblicken wir die fünf Sperrmittelhäuser, kleine Bunker, Relikte aus der Zeit des kalten Krieges. Heute sind es Unterschlüpfe für Fledermäuse, betreut durch den NABU.
https://www.nabu-badoldesloe.de/schutzgebiete/fledermaus-winterquartier-im-rehbrook
https://youtu.be/NQPaJVPXB4M?si=0XFKFjHBCu25Z0oa
Wir folgen dem Weg weiter, die Geräusche der Autobahn werden leiser. Es ist einsam hier, selten mal ein Pferd mit Reiterin. Bei der Wegabknickung nach links, geradeaus sehen wir die Hufeisenförmige Markierung, der wir nachher noch folgen werden, schwenken wir zunächst mit ab und halten uns bei der nächsten Gabelung rechts. So erreichen wir ein traumhaftes kleines Wiesenstück im Bestetal. Gemütlich meandernt fließt hier der kleine Fluß, dahinter das Trabergestüt Gut Tremsbüttel.
Haben wir dies genügend genossen, gehen wir zurück und folgen jetzt der oben erwähnten Markierung. Wir durchwandern dies kleine aber wilde Stück Waldnatur voller umgestürzter Baumriesen, so liegengelassen, wie sie gefallen sind. Der kleine Fluß plätschert etwas weiter ab durch wildes Gelände und sucht sich immer wieder neue Wege, die Autobahn hören wir kaum noch, und zufrieden erreichen wir wieder unseren Ausgangspunkt.







