Monatsbetrachtung V 2026
Rückschau Juni 2026
Erstmal:
Was machen wir jetzt mit dem Juni, oder Juno oder ….???? Naja erstmal etwas durchschnaufen…Die erste und meist größte Honigernte ist eingebracht und in Gläsern…., der Schwarmtrieb ist durch sorgfältige Völkerführung weitgehend im Griff und wir haben somit etwas Zeit….
Zeit, um uns den Juni mal etwas von der Seite anzuschauen, nicht zu laut und aufdringlich, denn wir wollen ihn ja nicht wecken. Er schläft ruhig, satt und zufrieden bis nächstes Jahr…
Juni ist der Monat mit dem meisten Licht, dem höchsten Sonnenstand und weiter im Norden und ganz im Osten mit dem Mittsommerfest.
Juni ist der Monat mit den frierenden frisch geschorenen Schafen während der Schafskälte, kalten Tagen meist in der ersten Monatshälfte.
Juni ist der Monat, in dem wir ab Johanni, dem 24sten, unsere Hecken wieder rechteckig machen dürfen. Das kommt unserem Sinn nach Ordnung entgegen, wobei „Schönheit“ dabei auch eine Rolle spielt, diese aber sehr subjektiv zu beurteilen ist.
Juni ist der Monat in dem wir, auch wieder nach Johanni, keinen Spargel mehr schneiden, da die Pflanze noch Zeit braucht auszutreiben um ihre Wurzeln zu ernähren. Rhabarber sollten wir dann auch nicht mehr ernten, aus gleichem Grund und , weil der Oxalsäuregehalt dann stark steigt und evt. der Gesundheit nicht mehr so zuträglich ist. Dabei kommt uns doch der Gedanke, ob wir den Oxalsäuregehalt nicht bei unseren Bienen gegen die Varroamilbe nutzen könnten. (Leere Zarge mit Rhabarberteilen gefüllt oben drauf und fertig ist die biologischste Behandlung.
(Werde ich ausprobieren!!!!!)
Juni ist die Zeit der Mahd. Wiesen werden gemäht zur Heuernte. Es sollte vor Johanni geschehen, denn nur bis hierher wächst das Gras,( sagt die Bauernregel,) und es sollte noch etwas wachsen für den zweiten Schnitt. Nur zum Abmagern einer Naturwiese mähen wir aber erst im September.
Juni ist der Monat, in dem auch die Weg und Straßenränder gemäht werden. Hier blühen dann nur noch die Reste des Mehrwerts unserer Gesellschaft, zur Vorbereitung zum Microplastik, jetzt sauber einmal durchs Mähwerk gezogen, der Natur zur Verwertung überlassen.
Wir hatten sie schon vergessen, waren aber nur zugedeckt…
Im Juni erreichen unsere Bienen die größte Volksstärke, Ab Ende des Monats werden die Volker wieder kleiner und die Bienen bereiten sich langsam auf den Winter vor.
….ganz am Schluss haben wir dann auch noch Zeit für einen kleinen Spaziergang, um mal von den Bienen wegzukommen, an einen schönen Platz und in die jüngere Geschichte hier in der Nähe….
Aber nun erstmal..
Das Wetter im Juni
Der Juni kopiert den Mai, diesmal aber ohne Heilige, aber mit frierenden Schafen.
Das Wetter im Juni hat ordentlich vom Mai abgeguckt, nahm von diesem die schönen Tage noch in die erste Woche mit, um sich dann um den 6.6.zur Schafskälte dick anzuziehen.
Das waren lange kalte Tage, die sich zur Mitte des Monats nochmal mit stürmischem Schauerwetter verabschiedeten um uns in eine sommerliche zweite Monatshälfte zu entlassen, die zum Monatsende in eine wohl noch nicht dagewesene Hitzewelle mündete.
Vegetation im Juni
Das so gewaltige Frühjahrsblühen ist vorbei, das, was jetzt kommt ist nicht weniger beeindruckend, nur nicht so überfallartig kommt es daher. Vielfarbig erdfarben leuchtet die Wiese voll unzähliger jetzt blühender Grasarten, durchsetzt von kleinen Feldern von Weißklee. Am Rand rankende Wicken neben einer Ansammlung des majestätisch wirkenden Wiesenrispengrases. Alles gerahmt durch die gewaltigen Blütendolden des jetzt blühenden Giersch. im Hintergrund rostigfarben ein Feld wilden Sauerampfers, im Abendlicht zu einer wahren Feuersbrunst an Farbe aufleuchtend.
Am Wegrand dominiert das etwas grobe Knäuelgras, sanft streicheln die überhängende Halme des Glatthafers unsere Arme und Hände,.Wolliges Honiggras beeindruckt hier durch Masse. Kleine Blüten des Storchschnabels arbeiten sich tapfer durch das Dickicht, das Gelb des Hahnenfuß bildet kleine Inseln. Klee in seiner Vielfältigkeit besteht durch Anpassung, Wiesen Pippau ersetzt den Löwenzahn, nur weniger aufdringlich.
So eine Wiese finden wir auch gleich hier vor der Tür. Wir brauchen vom Bienengarten aus nur einmal über die Straße zu gehen, Dort zwischen Gottesbuden und Denkmal liegt diese Wunderwelt, die die Natur bereit stellt, wenn wir sie doch nur mal in Ruhe liessen!!! Leider wurde sie gerade abgemäht, entsprach wohl nicht der Gemeindeordnung!

Blühende Wiese im Juni
Nehmen wir uns doch nur einmal die Zeit, eine solche Wiese, am besten im flachen Morgen-oder
Abendlicht zu betrachten und zu geniessen. Die Natur läuft hier förmlich zur Hochform auf, zeigt ihre Schöpfungskraft in Form und Farbe, anarchisches System, organisiertes Chaos.
Ein Stück weiter ein Feld langgranniger Gerste, silbrig, wie schwimmend im Wind, der Weizen weiter hinten etwas langweilig dunkel grün.
Am Knick hatten Flieder und Weißdorn dank schönen Wetters einen kurzen Auftritt und melden sich bräunlich ab, Holunder übernimmt hier nun die Regie mit prachtvollen Blütendolden. Die Zaunwinde steckt die ersten Blüten neugierig ins Licht, die etwas zarteren der Ackerwinde halten sich mehr in Bodennähe. Beeindruckend am Rand, wie die winzigen Blüten des Labkrautes gewaltige Blütenpracht entfalten, und auch die prachtvollen aber unscheinbaren Blüten der verachteten Brennnessel sollen hier Erwähnung finden.
Geisterhaft schön dieses Jahr:

Die Blüten des Liguster
Die Bienen im Juni
Auch unsere Bienen erreichen im Juni ihre größte Volksstärke. Der Frühtrachthonig ist eingebracht, und wir können ein wenig durchatmen, denn Arbeit an den Bienen gibt es nicht mehr so reichlich, wie im Mai.Der Schwarmtrieb ebbt merklich ab, und wir müssen die Völker nicht mehr alle paar Tage durchschauen und nach Schwarmzellen durchsuchen. Ein kurzer Blick unter die zweite Zarge des Brutraumes reicht meist aus, um zu erkennen, wie es um das Volk bestellt ist.
Entdeckte „Schwarmzellen“ sind zu dieser Zeit genauestens zu beobachten. Sind nur wenige vorhanden, diese auf keinen Fall entfernen. Dieses Volk will sehr wahrscheinlich „still umweiseln“, ist mit der Königin nicht mehr zufrieden und und sorgt „still“ für eine Neue. Die alte wird erst aus dem Volk getrieben, wenn die Junge begattet ist und in Eilage geht. Hierbei handelt es sich um den einzigen Fall, dass für einige Tage zwei Königinnen in einem Volk geduldet werden.
Bei abgeschwärmten Völkern sowie bei Ablegern, ist zu kontrollieren, ob die junge Königin geschlüpft, begattet und in Eilage gegangen ist. Sind wir hier unsicher, ist mit einer Weiselprobe, indem wir eine Wabe mit offener Brut zuhängen und diese nach einigen Tagen auf Nachschaffungszellen kontollieren, sicher zu gehen, ob eine Königin im Volk ist, oder nicht. Niemals werden wir auf den puren Verdacht der Weisellosigkeit hin eine neue Königin zusetzen.
Ist eines dieser Völker durch Verlust der jungen Königin „drohnenbrütig“ geworden, so ist dieses verloren. Ein Zusetzen einer neuen Königin ist hier zwecklos und immer mit dem Verlust dieser verbunden. Hier hilft nur noch das komplette Abfegen des Volkes etwas vom Stand entfernt, oder das Aufsetzen auf ein anderes stabiles weiselrichtiges Volk. Die Drohnenmütterchen werden von diesem nicht geduldet.
Von uns gezüchtete junge Königinnen sind zur Begattung aufgestellt und werden zum Ende des Monats in Eilage gehen und in Ableger oder Kunstschwärme eingeweiselt. Dies werden dann kräftige Jungvölker fürs nächste Jahr. Hierbei die Versorgung mit genügend Futter nicht außer Acht lassen, denn die kleinen Völker sind sonst schnell in Not und verhungern.
Der meist trachtlosen Zeit Anfang Juni geschuldet, beobachten wir jetzt häufig starkes Vorlagern beschäftigungsloser Flugbienen vor den Fluglöchern. Sie haben nichts zu tun, im Stock werden sie nicht gebraucht, also bleiben sie gleich draussen und warten auf Arbeit.
Diese finden sie meist gegen Ende des Monats. Die Lindenblüte, die zweite große Tracht hier bei uns, beginnt und die Honigräume der Wirtschaftsvölker werden zunehmend wieder gefüllt.

Bienenstand im Juni
Vorschau auf August 2026
August!!!! Ein stiller Monat!!! Alles kommt zur Ruhe!
Time stands still with gazing on her face.
Stand still and gaze, for minutes, hours and years to her give place.
All other things shall change but she remains the same.
Till heavens changed have their course and Time hath lost his name.
Cupid doth hover up and down, blinded with her fair eyes.
And Fortune captive at her feet contemned and conquered lies.John Dowland 1562-1626
Wir auch!!
Dabei aber die Bienen nicht vergessen. Varroabehandlung ist im August ganz weit vorne.
Spaziergang zum Bahnhof Beimoor
Es ist alles getan, und wir machen uns auf den Weg zu einem kleinen Ausflug in die Natur, zu Bienen und Hummeln und Kindern, die hier schon lange nicht mehr spielen.
und zu einem geschichtsträchtigen Platz ganz in der Nähe.

Bahnhof Beimoor
Mit dem Fahrrad oder mit dem Auto fahren wir nach Groß Hansdorf und parken dieses in der Mielerstede, direkt an der nicht mehr vorhandenen U Bahnbrücke zwischen den beiden Teilen des Bahndammes. Der vordere Teil ist komplett zugewuchert, und sollten wir uns durch das Dickicht schlagen, versperrt uns spätestens oben ein Zaun das Weiterkommen. Fragwürdig!
Der hintere Teil aber ist ein kleines Paradies. Wir gehen an der linken Seite, vorbei an der Informationstafel, hinauf und gelangen auf den Damm. Ein weites Grasland empfängt uns, voller Blumen und Gräser, gesäumt von Bäumen und Gebüsch, und wir erreichen schnell die Ruine des alten Bahnhofs Beimoor. Vieles ist noch erkennbar, wenn auch stark überwuchert, der Bahnsteig selbst und die Lage der nicht mehr vorhandenen Gleise. Fledermäuse bewohnen heute die Hallle und Teile des verschütteten Treppenaufgangs. Geschichten und Erinnerungen zu diesem einmaligen Platz gibt es viele, und ein lohnendes Ausflugsziel ist es allemal. Kinderspielplatz in den 1960er Jahren war es auch.
Das Erdreich zur Aufschüttung des Bahndamms kam aus der “Baggerkuhle“ in Hoisdorf. Dahin gehen wir dann ein anderes Mal.
Hintergrundinformationen zum U-Bahnhof Beimoor:
https://wintervogel.blogspot.com/2013/09/drachenzeit.html
https://de.wikipedia.org/wiki/Bahnhof_Beimoor
https://ahrensburg-blog.de/geisterbahnhof-beimoor/
Buchempfehlung:
Maurice Maeterlinck
Das Leben der Bienen
ISBN 978-3-293-20813-1
Unionsverlag




