Monatsbetrachtung Juni 2026

Monatsbetrachtung  IV 2026

Rückschau auf Mai 2026

Das Wetter im Mai

Das Wetter im Mai zeigte sich, wie es sich gehört, nahm noch schöne Tage aus dem April mit auf, die Nächte noch kühl, aber dann mit Hilfe der Sonne strahlende Tage mit Temperaturen bis zu 25 Grad am Nachmittag.

Pünklich zum 11 Mai haben wir dann heiliges Wetter,  dieses Jahr aber ohne Eis in der Nacht.

Die vier Herren in Begleitung der heiligen Sophie bleiben bis  Mitte des Monats stur an ihrem Platz, entlassen uns dann in den herrlichen Morgen des Siebzenten. Warme Luft löst den Eiswind von gestern ab und begleitet uns in eine wunderschöne zweite Maihälfte mit oft sommerlichem Wetter.

Viel Regen gab es auch im Mai dieses Jahres nicht….

Die Vegetation im Mai

Die erste große Blüte geht vorbei, weiße Blütenblätter der Obstblüten bedecken den Boden zu Hauf, neben den zarten Knäueln der Samenfäden von Weiden und den runden Bällen abgefallener Blütenreste der Rotbuche, sowie den raupenartigen braunen Würmern der Roteiche. Prachtvoll doch unauffällig blüht der Ahorn, Eberesche und Rosskastanie geben sich weniger bescheiden.

Gräser übernehmen die Regie an Wegrändern und auf den Wiesen ringsum, und die kleinen Blüher müssen sich mächtig recken, um gegen die jetzt sich entwickelnde „Große Salatschüssel“ zu bestehen. Sternmiere hat am Boden, Flieder und Weißdorn in den Knicks die Hauptrollen übernommen. Löwenzahn und Raps stehen in Vollblüte werden sich zum letzten Drittel des Monats, Raps leise, Löwenzahn mit seiner beeindruckenden Metamorphose, verabschieden.

Pusteblumes Abgesang

Dottergelb suche ich nach Licht
Brenne vor Gier nach Sonne und Respekt
Irgendwann dann verbrannt
Schliesse ich meinen Leib vor der Welt
Zeige meinen Kindern dann diese als silberner Ball
Zart und zerbrechlich.
Übergeben dem Wind oder Kindermund
Segeln sie davon.
Zurückbleibend wie geschorener Kopf
Recke ich mich nochmal zur Sonne
Und lege mich zur Ruh´.

Ende Mai dominieren Wiesenkerbel und Brennessel  die Scene am Wegesrand souverän, Diesteln jeglicher Art bringen sich für später in Stellung. Das Labkraut macht dabei mächtig Konkurrenz, dessen winzige Blüten bleiben häufig von uns  unbeachtet und wenig gewürdigt.

Prachtvoll in Pastelltönen der verschieden Gräser leuchtet die Wiese im Morgenlicht, blaue Lupinen im Vordergrund sorgen für Kontrast, weiter hinten, wie verlöschendes Feuer, rostrot, blühender wilder Sauerampfer. Dazwischen die silbernen vom Morgentau jetzt nassen Kugeln des ausgeblühten Löwenzahns, ihr noch vor Tagen sattes Gelb wird abgelöst von kleinen Flächen blühenden Hahnenfusses. Weiß-und Steinklee fordern ihr Recht bescheidener in Bodennähe.

Der Wind der eisheiligen Tage zeigt uns die silbrig schillernden Unterseiten der Blätter.

Nach dem Abblühen erscheint das Rapsfeld erbärmlich öd, der Schlag Weizen von uns fremder Farbe in grün, nur die Gerste erfreut uns durch seidigen Glanz ihrer Grannen.

Im Wald entdecken wir Waldmeister in Blüte und das gelbe des kleinen Springkrautes, einer invasiven Pflanze mit nur wenig Gefahr für anderes Gewächs.

Das erst im Spätsommer  blühende Indische oder auch drüsige Springkraut ist dagegen  anderes invasives Kaliber, und möglichst zu entfernen, trotz Blütenpracht und guter Bienenweide. Das Gleiche gilt für Schmetterlingsflieder (https://berlin.nabu.de/tiere-und-pflanzen/pflanzen/neophyten/30419.html), Blauregen, Rhododendron, Kirschlorbeer und Riesenbärenklau. Machen wir aber nicht!!

Die Bienen im Mai

Nicht einmal die Eisheiligen in der Mitte des Monats konnte die Bienen in diesem Jahr aufhalten. Denn diese fielen derartig gemäßigt aus, ohne Nachtfröste und Tagestemperaturen über 10 Grad, dass sie die Flüge in die Tracht kaum stoppen könnten.

Die ersten Tage im Mai setzte sich das warme Frühlingswetter des April fort und die Bienen waren schon früh morgens unterwegs, entwickelten sich stark und die Honigräume füllten sich zusehends. Rechtzeitige Bildung von Ablegern, oder anderweitige Schröpfung war angesagt, um den Schwarmtrieb unter Kontrolle zu halten. Wöchentliche Durchschau und Ausbrechen der Schwarmzellen war selten von Erfolg gekrönt.

Die kälteren Tage um den zehnten Mai bereiteten dem Treiben dann etwas Einhalt. Untätige Flugbienen lagerten oft bis in die frühen Mittagsstunden vor, die Traube löste sich dann doch schnell bei Temperaturen über zehn Grad und Sonne schnell auf und das rege Treiben ging weiter. Ab dem siebzehnten Mai setzte dann richtig Sommerwetter ein und der Trachtflug wollte kein Ende nehmen, sodass wider Erwarten erst am Ende des Monats mit dem Abschleudern des Honigs begonnen werden konnte. Die durchschnittliche Honigernte aus der Frühtracht fiel sehr gut aus, mit einem Wassergehalt meist unter17%.

Für die Zucht wurden Anfang Mai die Pflegevölker gebildet und Mitte des Monats der ausgewählte Zuchtstoff zugehängt. Die Annahme war überwiegend gut, so dass zum Ende des Monats geschlüpfte Königinnen für die Belegstelle oder direkt für Ableger und Kunstschwärme zur Verfügung standen.

Im Bienengarten war die Entwicklung der Bienenvölker im Mai durchaus zufriedenstellend.

Mit Ende der Eisheiligen musste bei einigen Völkern der dritte Honigraum gegeben werden, so dass mit einer sehr guten Honigernte gerechnet werden kann. Jungvölker wurden gebildet und die hierin geschlüpften Jungköniginnen dürften Anfang Juni in Eilage gehen. Den Schwarmtrieb haben wir somit gut in den Griff bekommen, und doch ist uns ein Volk abgeschwärmt und hat nachher noch die junge Königin verloren, so dass es durch Zuhängen einer Wabe mit junger Brut für dieses einen Neustart gab. Für die Honigernte dürfte es aber für dieses Jahr ausfallen.

Ein vermutlich fremder Schwarm ist uns während einer Führung mit einer Schulklasse zugeflogen und hat sich in eine leere Kiste hinterm Schleuderraum eingenistet. Wir haben ihn gefüttert und ausreichend weit verstellt, so dass er sich später an neuem Platz neu einfliegt, denn an dem von ihm ausgewähltem  sollte und konnte er nicht bleiben.

Vorschau auf Juli 2026

Wir haben zwar erst Hochsommer, aber die Honigbienen haben ihre größte Volksstärke längst überschritten und bereiten sich auf den kommenden Winter vor. Gegen Ende des Monats werden sie, wenn sie weiselrichtig und mit ihrer Königin zufrieden sind, mit dem Drohnenabtrieb beginnen.

Die Jungvölker haben alle eine gute Königin, und die  starken unter ihnen können noch etwas zur Sommmerhonigernte beisteuern.

Mitte des Monats wird die Lindenblüte endgültig beendet sein, und wir werden,aller Vorraussicht nach, den Sommerhonig ernten, mit der Varroabehandlung beginnen,

und im Zuge dessen, alte und nicht zufriedenstellende Königinnen austauschen, sofern die Bienen das nicht schon durch stille Umweiselung selbst erledigt haben.

Leere Honigwaben werden bei 1/1 Deutsch Normal Maß auf starke Ableger als zweiter Brutraum aufgesetzt, die übrigen für Bienen unzugänglich bis nächstes Jahr weggestellt.

Dann sind wir, und die Bienen auch, bis auf die Auffütterung und die Varroabehandlungen im August/September und zur Wintersonnenwende, eigentlich erstmal fertig.

Buchempfehlung IV 2026
Horst Stern
Bemerkungen über Bienen

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