Monatsbetrachtung Mai 2026

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Im Vorwege möchten wir nochmal betonen, dass unsere Monatsbetrachtungen daeauf basieren, was wir hier vor unserer Tür, ob im Bienengarten, zu Hause oder auf unseren gewohnten Wegen, sehen, beobachten, verstehen, behalten, oder vorschlagen. Es besteht keinesfalls der Anspruch auf Vollständigkeit oder Allgemeingültigkeit.

Rückschau April 2026

Wetter:

Die erste Aprilhälfte dominiert kühles wechselhaftes Wetter, teils mit leichtem Bodenfrost in der Nacht. Sehr schöne wärmere Tage sind eingestreut mit sonnigem Wetter. Temperaturen halten sich zurück, selten über 12°C.

Die zweite Aprilwoche bringt Wärme, bei bis zu 15-18°C. Insgesamt war der April aber zu trocken.

Vegetation:

Der April war wohl der spannendste Monat in diesem Frühjahr. Wir konnten die Kraft der Natur förmlich spüren, die sich am Anfang des Monats noch mächtig zurückhielt, aber es eigentlich kaum noch aushalten konnte, endlich die Kraft zu zeigen, die in ihr steckt. Wenn es ganz still ist, und wir ein Ohr an einen Baum halten, können wir ein leises Rauschen hören, den Strom des nach oben ziehenden Saftes. ( Hab ich gelesen. Ich hab nichts gehört. War wohl zu laut…..)

Ab Mitte des Monats war die Geduld dann endlich vorbei. Die Natur ist in Aufruhr, und stupor mundi, „Das Staunen der Welt“ nimmt uns endgültig gefangen.

Das bis Mitte des Monats noch bescheidene Grün am Boden und in den Knicks entfaltet sich jetzt mit aller Gewalt. Die Welt wird zusehens undurchsichtig, am Ende des Monats ist der grüne Vorhang endgültig zugezogen, bis auf Eiche, Walnuss und Esche ist dann alles da.

Am Anfang des Monats bewundern wir die blühenden Buschwindröschen im Wald und an den Wegrändern und Knicks das gelbblühende Scharbockskraut. Die kleinen Blüten strecken sich der Sonne entgegen, als wollten sie das Licht trinken. Die noch zarten Blätter des Giersch bedecken zunehmend den kahlen Winterboden. Veilchen und Immergrün stecken ihre blauen Blüten hindurch, um was abzukriegen von dem Licht. An Wegrändern finden wir Hirtentäschelkraut, wilde Stiefmütterchen, Gundermann und Kriechenden Günsel. Leuchtend gelb reckt sich der Löwenzahn zur Sonne. Dazwischen vereinzelt die kleinen Köpfe des Vergissmeinnichts. Die winzigen weissen Sterne der Vogelmiere und des Efeuehrenpreis fordern weiter unten ihr Recht auf Licht. Voller Freude entdecken wir am Bahndamm eine kleine Fläche mit blühendem Feldsalat, auf Feuchtwiesen Wiesenschaumkraut und Küchenschelle, und an halbschattiger Stelle Aronstab und vereinzelt schon das geheimnisvolle Salomonssiegel. Es ist nicht leicht zu finden und geheime Kräfte werden ihm nachgesagt.

Der Schwarzspecht ist ein Kräutermann
Kennt manches Zauberkraut im Tann
Das im Verborgnen sprießet
Er hält ob einer Wurzel Wacht
Die alle Schlösser springen macht
Und jede Tür erschließet

Rudolf Baumbach

Das junge Laub flimmert hellgrün bis oliv, durchbrochen von dem kräftigen Weiß des Schwarzdorns, dessen Leuchtkraft von den ebenfalls in Vollblüte stehenden Kirschbäumen nur schwer übertroffen wird. Die Blüten der Felsenbirne mischen sich dazwischen im etwas schmutzigen Rose. Die herrlichen Blütenlaternen der Traubenkirsche lassen sich noch etwas bitten, werden aber prachtvoll zum Ende des Monats, bis sie dann ihr eigenes Grün verschluckt, und Flieder sein Recht auf Dominanz in Farbe entfaltet. Weißbuche Ahorn und Roteiche blühen eher unauffällig. Rapsfelder erstrahlen nach und nach in ihrem Gelb. Die Blüte der Apfelbäume fällt dieses Jahr etwas bescheiden aus. Buschwindröschen und Scharbockskraut ziehen sich bis nächstes Jahr zurück. Sternmiere übernimmt großflächig.

Die Bienen:

Das Wetter hat den Bienen in der ersten Hälfte des April doch mächtig zu schaffen gemacht. Die Völker waren voller Brut und bereit für das große Einsammeln des Nektars. Aber das sollte noch etwas dauern. In der ersten Aprilhälfte waren die Nächte kalt und auch tagsüber blieb es trotz oft sonnigen Wetters kühl. Wasserholer waren oft bei sechs Grad schon früh unterwegs, zu finden im taunassen Grass, an aufgestellten Wasserschüsseln, gern auch an Dachrinnen. Sie mussten raus, da die großen Brutnester versorgt werden mußten, und Wasser war dafür unerlässlich. Pollen wurde reichlich eingetragen, aus späten Weiden und Löwenzahn und jetzt blühenden Beerensträuchern.

Gegen Mitte des Monats setzte dann das große Blühen mit Gewalt ein und die Temperaturen stiegen, so dass Nektar aus Obstblüte und dem jetzt schnell aufblühenden Rapsfeldern eingetragen wurde, und die Honigräume dringend aufgesetzt werden mußten. Wer verpasst hatte, die Völker rechtzeitig zu erweitern, womöglich noch eine leere Zarge mit Kletterwabe darunter stehen hatte, durfte sich über massiven Wildbau, triefend vom eingetragenen Nektar freuen. Beim Herausschneiden gab es dann eine schöne Kleckerei. Die Baurahmen wurden jetzt eingesetzt, vor allem für die Königinnenzucht wichtig, bis zum zwanzigsten April sollten sie bestiftet sein, um Ende Mai geschlechtsreife Drohnen zur Verfügung zu haben. Sie wurden bei guter Tracht auch zügig ausgebaut und bestiftet.

Spätesten gegen Ende des Monats war es dringend geboten eine gründliche Durchschau der Völker zu machen, da der Schwarmtrieb bei starken Völkern schon recht ausgeprägt war. Sollten Schwarmzellen gefunden werden sollten gleich kräftige Ableger gebildet werden, da anders das frühe Schwärmen kaum zu verhindern wäre.

Genau dies mussten wir bei drei starken Völkern im Bienengarten machen, um sie unter Kontrolle zu halten. Diese drei Bienenvölker konnten wir glücklich von einer Imkerkollegin  übernehmen, was uns sehr zu pass kam, da unsere eigenen Völker entgegen dem allgemeinem Trend nicht wirklich gut aus dem Winter gekommen waren. Von den zwölf eingewinterten war eines tot, eines so schwach, dass es aufgelöst wurde, zwei waren weisellos und wurden auf andere aufgesetzt und drei waren nicht stark genug für die Frühtracht und wurden vereinigt. Die überschüssigen zwei Königinnen wurden zum einen bei der Bildung des Volkes für den Schaukasten verwendet, welches sich trotz noch bedenklich kühlem Wetters, gut und zügig entwickelte, zum anderen zum Beweiseln eines der drei schon gebildeten Ableger verwendet.

Zur Frühtracht standen im Bienengarten somit vier unser eigenen und drei hinzu erworbene am Start, zwei Ableger waren schon gebildet und der Schaukasten fertig für die Saison.

Das kleine Volk im Bienenwagen entwickelte sich rasant, baute den Honigraum mit vierzehn Waben bis Ende des Monats komplett aus, und volle Honigwaben mussten schon entnommen werden.

Die Bienen und wir stehen bereit für eine gute Honigernte.

Vorschau Juni

Anfang Juni rechnen wir mit einer Trachtlücke. Das große Blühen ist vorbei. 

Ende Mai wird der erste Honig geschleudert, hierbei ist darauf zu achten, dass genügend Futter in den Völkern bleibt, ansonsten besteht die Gefahr, dass die Völker sehr schnell verhungern. 

Voraussichtlich gegen Mitte Juni wird die Lindenblüte beginnen. Dies ist die zweite große Tracht bei uns. Bis zum Johanni Tag wachsen die Völker, dann ist der Zenit überschritten und die Völker werden wieder kleiner. 

Der Schwarmtrieb dürfte gegen Ende des Monats ebenfalls nachlassen. 

Gegen Ende Mai sind die ersten Königinnen geschlüpft. Anfang Juni werden dann die ersten Begattungskästchen mit Königinnen auf der Belegstelle oder am Stand aufgestellt. 

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